Cookies

Blogspot uses cookies to sell your data to NSA. By visiting this page you commit to pretending you agree to this. You have no choice anyway.



martedì 25 ottobre 2022

Anforderungen

 "Was, Sie können kein Altgriechisch und noch nicht einmal Latein? Das ist doch cultura generale, das hat man doch am liceo classico."

- Äh sorry, ich war nich am liceo classico.
 
"Das ist keine Ausrede, am liceo scientifico hat man das auch".
 
- Da war ich auch nicht.
 
"Waren Sie denn überhaupt am liceo, haben Sie überhaupt einen Schulabschluss?"
 
- Ja, an meiner Schule gab es halt nur Französisch
 
"Tsss diese Deutschen, haben keine Kultur. E beh, um diesen Kurs zu bestehen, müssen Sie Latein und Altgriechisch können"
 
- Und wie soll ich das jetzt noch so schnell lernen, ich muss ja für den Kurs noch 10 Bücher und 30 Artikel in- und auswendig lernen und am besten noch ne eigene Theorie dazu entwickeln und hab auch noch 5 andere Module...

"E beh, si organizzi"
 
- Ah ja, Sie haben natürlich Recht, ich bitte um Verzeihung für die Störung, buona serata 

verlässt den Raum 

sagt böses sizilianisches Wort mit M

domenica 1 maggio 2022

New useful websites

 At the 2022 online Polyglot Gathering two new websites have been presented: 


1. Bunadas - A database of cognates, especially in Indo-European languages: 

https://www3.smo.uhi.ac.uk/teanga/bunadas/


2. Lingue e dialetti d'Italia - A collection of resources for regional languages of Italy: 

https://www.linguedialetti.it/

domenica 7 novembre 2021

Meme-Übersetzungen

 

Linguist und Memator Ruben Kaspar Sidler, Admin der Facebook-Seiten Teutonic Tongues und Latin Lingos, bringt in letzter Zeit immer wieder linguistische Memes heraus, die eigentlich Übersetzungen von anderen linguistischen Memes sind. 

Deshalb habe ich mal angefangen, Originale (jeweils links) und ihre Übersetzungen (jeweils rechts) zu sammeln und hier aufzulisten. 


Die neueste Memeübersetzung ist hier: 




Viel genialer ist allerdings eigentlich diese hier: 






domenica 22 agosto 2021

Consecutio temporum, die drölfte


Im Italienischen dürfen sich das Verb des Matrixsatzes und das Verb des eingebetteten Satzes in Modus und Aspekt unterscheiden, müssen aber immer die gleiche Zeitform haben. Man wählt die Zeitform des eingebetteten Satzes also nach dem folgenden Schema:
Gleichzeitigkeit
[indicativo presente] che [congiuntivo presente]
[indicativo imperfetto / passato prossimo / remoto] che [congiuntivo imperfetto]
[indicativo trapassato prossimo / remoto] che [congiuntivo trapassato]
Vorzeitigkeit
[indicativo presente] che [congiuntivo passato, d.h. avere / essere im Präsens + participio passato]
[indicativo imperfetto / passato prossimo / remoto] che [congiuntivo trapassato]
[indicativo trapassato prossimo / remoto] che [congiuntivo trapassato]
Da das Italienische allerdings (wie alle romanischen Sprachen) Tempus und Aspekt nicht sauber trennt, besteht eine Ausnahme, wenn bei Vorzeitigkeit das Verb des Matrixsatzes im Präsens steht und das Verb des eingebetteten Satzes eine Handlung im imperfektiven Aspekt beschreibt, wie in (1)
(1) Spero che fosse qualche straniero
Hier ist es wichtiger, dass sowohl Vorzeitigkeit und imperfektiven Aspekt ausgedrückt werden, als dass beide Verben die gleiche Zeitform haben, deswegen ist (1) grammatisch.
Das kann man als Evidenz für Optimalitätstheorie / Harmonischen Serialismus in der Morphosyntax nehmen.
Wie die consecutio temporum mit präsyntaktischer Morphologie zu vereinbaren ist, ist eine andere Frage. Vermutlich liefert die Morphologie einfach das korrekte Paradigma als Input für die Syntax, die den für den jeweiligen Satz optimalen Kandidaten auswählt. Mehr Details folgen, wenn ich mich in HS richtig eingefuchst habe.

martedì 3 agosto 2021

Die wahre Bedeutung bestimmter Artikel

 Vor zwei Jahren habe ich mir  hier schon einmal zu bestimmten Artikeln Gedanken gemacht - nur leider die falschen. Das soll hier berichtigt werden.

In unserem Semantik-Einführungskurs (Semantik I) am Institut für Linguistik in Leipzig sind bestimmte Artikel zunächst vom Typ <<e,t>,e> und haben folgende Bedeutung: 

λP.∃!x [P(x)]. ιy [P(y)]. 

Zu deutsch: Gib mir ein Prädikat P und es gibt genau ein ( = ∃!) x, für welches das Prädikat P gilt, dann gebe ich Dir dieses einzigartige ( = ι)  y  wieder, für das P gilt. 

Diese Auffassung geht auf Gottlob Frege zurück. 

Eigennamen sind in Semantik I vom Typ e und referieren (= verweisen) direkt auf Individuen, haben also Bedeutungen wie

[[Maria]] = Maria 

Nun hat Greg Kobele im Kurs Semantik II für Eigennamen folgende Alternative vorgeschlagen: Man nehme an, diese seien vom Typ <<e,t>,t> und hätten die Bedeutung λP.[P(e)], zu deutsch: Gib mir ein Prädikat P und ich gebe Dir dieses Prädikat, angewendet auf mich, zurück. 

Da schon im Kurs Semantik I erwähnt wird, bestimmte Artikel seien ja eigentlich vom Typ <<e,t>,<<e,t>,t>,  kann man ausgehend von Gregs Vorschlag für Eigennamen folgende neue Bedeutung für bestimmte Artikel annehmen:

λQ. λP. ∃!x [Q(x)]. [P(ιy.[Q(y)])]

Zu deutsch: Gib mir ein Prädikat Q und ein Prädikat P, und wenn es genau ein ( = ∃!)  x gibt, für welches das Prädikat Q gilt, dann gebe ich Dir das Prädikat P angewendet auf dieses einzigartige ( = ι) y, für welches das Prädikat Q gilt. 

Ein Vorteil daran ist: Wenn man jetzt Eigennamen als Eigenschaften vom Typ <e,t> begreift (was durchaus Sinn ergibt, es gibt ja mehrere Marias auf der Welt), kann man sie nun als Argument an den bestimmten Artikel (in den Dialekten, in denen man "die Maria" sagt) oder einen Null-Determinierer mit identischer Bedeutung (in den Dialekten, in denen man nur "Maria" sagt) verfüttern: 

[[Maria]] = λz. Maria(z)

[[die]] = λQ. λP. ∃!x [Q(x)]. [P(ιy.[Q(y)])]

[[die]]([[Maria]]) 

= λQ. λP. ∃!x [Q(x)]. [P(ιy.[Q(y)])] (λz. Maria(z))

=  λP. ∃!x [Maria(x)]. [P(ιy.[Maria(y)])] 

Zu deutsch: Gib mir ein Prädikat P und es gibt genau ein ( = ∃!) x, für das gilt: x ist eine Maria, dann gebe ich Dir das Prädikat P angewendet auf dieses einzigartige ( = ι) y, das eine Maria ist. 

Soweit zu meiner Argumentation von damals. Was ich damals nicht verstanden und deshalb gar nicht erst beachtet habe, ist, dass schon im Kurs Semantik I nicht nur der eigentliche Typ von bestimmten Artikeln, <<e,t>,<<e,t>,t>, erwähnt wird, sondern auch die eigentliche Bedeutung (die auf Bertrand Russell zurückgeht): 

λQ.  λP.   ∃x   ∀y   [Q(x) <-> x = y] P(y) 

Zu deutsch: Gib mir ein Prädikat Q und ein Prädikat P, dann gibt es ein x und für alle y gilt: Wenn es so ist, dass genau dann, wenn Prädikat Q für x gilt, x gleich y ist, dann gilt Prädikat P für y.

Dieses "für alle y gilt: Wenn es so ist, dass genau dann, wenn Prädikat Q für x gilt, x gleich y ist, dann gelte das Prädikat P angewendet auf y" ist letztendlich nur eine andere Ausdrucksweise für "Wenn es genau ein x gibt, für das das Prädikat Q gilt, dann gelte das Prädikat P für dieses einzigartige y". 

Russell, der abgefeimte Hund, ist ganz elegant die lästigen Sonderzeichen ! und ι losgeworden (die sonst nirgendwo vorkommen als in der Fregeschen Denotation des bestimmten Artikels) - und das mit keinem anderen Hilfsmittel als einem handelsüblichen Allquantor. Deshalb spricht man in der Literatur auch gern von der quantificational analysis des bestimmten Artikels. 

Auch an diesen  quantifikationalen bestimmten Artikel bzw. Null-Determinierer kann man prima einen Eigennamen vom Typ <e,t> verfüttern: 

[[Maria]] = λz. Maria(z)

[[die]] = λQ.  λP.   ∃x   ∀y   [Q(x) <-> x = y] P(y) 

[[die]] ([[Maria]] 

= λQ.  λP.   ∃x   ∀y   [Q(x) <-> x = y] P(y) (λz. Maria(z))

=  λP.   ∃x   ∀y   [Maria(x) <-> x = y] P(y) 

Zu deutsch: Gib mir ein Prädikat P, dann gibt es ein x und für alle y gilt: Wenn es so ist, dass, genau dann, wenn x eine Maria ist, alle x gleich y sind, dann gebe ich Dir das Prädikat angewendet auf y. 

So, nun ist unsere Bedeutungs-Ausrüstung wieder auf dem neuesten Stand. 

Viel Spaß beim Rechnen und Basteln!


venerdì 2 luglio 2021

Konservativität natürlichsprachlicher quantifizierender Determinierer

 Alle natürlichsprachlichen quantifizierenden Determinierer sind konservativ.

 

Konservativ heißt: Um zu bestimmen, ob ein Satz wahr ist, muss man nur auf den Restriktor und die Schnittmenge zwischen Skopus und Restriktor achten.

 

Beispiel: In "Einige Katzen schlafen" ist "einige" ein quantifizierender Determinierer, "Katzen" ist dessen Restriktorargument (es sind ja nicht einige Dinge überhaupt gemeint, sondern einige Katzen) und "schlafen" das Skopusargument.

 

Restriktor und Skopus sind Prädikate vom Typ et, also Funktionen von Individuen zu Wahrheitswerten oder eben Mengen von Individuen, die eine bestimmte Eigenschaft haben, z.B. diejenige, eine Katze zu sein, oder zu schlafen.

 

Die Restriktormenge nenne ich im Folgenden A und die Skopusmenge B. In dem Katzenbeispiel ist also A die Menge der Katzen und B die Menge der Schlafenden.

 

"Einige Katzen schlafen" ist also falsch genau dann, wenn (gdw) die Schnittmenge zwischen A und B leer ist, also A ⋂ B = {}

 

"Alle Katzen schlafen" ist falsch gdw die Menge A abzüglich der Schnittmenge von A und B  nicht leer ist, also A - A ⋂ B ≠ {}

 

"Keine Katze schläft" ist falsch gdw die Schnittmenge von A und B nicht leer ist, also A ⋂ B ≠ {}

 

"Nicht alle Katzen schlafen" ist falsch gdw die Menge A abzüglich der Schnittmenge von A und B leer ist, also A - A ⋂ B = {}

 

Bei all diesen Determinierern muss man sich entweder nur die Schnittmenge von A und B ansehen (intersektive Determinierer) oder die Menge A und die Schnittmenge von A und B (kointersektive Determinierer), aber niemals die Menge B und die Schnittmenge von A und B.

 

(Oder wie Greg Kobele sagt: Wenn Sie sagen, nicht alle Hünde mögen Müster und ich sage, auch Kätze mögen Müster, dann können Sie sagen: Super, interessiert keinen.)

 

Es gibt zwei vermeintliche Ausnahmen:

 

  1.  "Nur Katzen schlafen"

 

ist falsch gdw B - A ⋂ B ≠ {}.

 

Man kann allerdings annehmen, dass (1) eine Struktur wie in (1)' zugrunde liegt:

 

(1)’  Alle Schlafenden sind Katzen.

 

In diesem Fall ist die Restriktormenge A die Menge der Schlafenden und die Skopusmenge B die Menge der Katzen, also ist (1) falsch gdw A - A ⋂ B ≠ {}

 

 

  1. Viele Schweden sind Nobelpreisträger

  1. Unter den Schweden sind viele Nobelpreisträger 

  2. Unter den Nobelpreisträgern sind viele Schweden

 

Unter der Annahme, dass "viele" genauer "mehr als 50%" bedeutet, die Restriktormenge A die der Schweden und die Skopusmenge B die der Nobelpreisträger ist,  ist (2a) falsch

gdw A - A ⋂ B ≤ A ⋂ B.

 

Unter den gleichen Annahmen ist (2b) falsch gdw B - A ⋂ B ≤ A ⋂ B.

 

Wenn man jetzt wieder annimmt, dass (2b) eigentlich “Viele Nobelpreisträger sind Schweden” zugrundeliegt, also die Restriktormenge A hier die der Nobelpreisträger und die Skopusmenge B die der Schweden ist, ist (2b) falsch  gdw A - A ⋂ B ≤ A ⋂ B.

 

Hat sonst noch jemand Gegenbeispiele?

 

Sonst gilt weiterhin: 

 

Alle natürlichsprachigen quantifizierenden Determinierer sind konservativ. 


(Kein Wunder, warum die CDU schon so lange an der Macht ist).


giovedì 25 marzo 2021

Kabeljau

 - Vati, was ist ein Kabeljau?

- Das ist ein Kabel mit Jau. - Und was ist ein Jau? - Das ist ein Kabeljau ohne Kabel.

venerdì 26 febbraio 2021

Syntax I : Spoiler

UTAH (Uniformity of Theta Assignment Hypothesis):

Goal argument (indirect object) is merged as a complement of V, theme argument (direct object) is merged in the specifier of V, agent argument (subject) is merged outside V.
Burzios Generalisierung: Un verbo non può assegnare l'accusativo a meno che prenda un argomento esterno.
Ukrainisches Passiv: Cerkv-u bul-o zbudova-n-o v 1640 roc'i Church-ACC.F be.PST-NEUT build-PASS-NEUT in 1640 year 'The church was built in 1640' "Mama, darf ich auch Akkusativ?" "Nein, du hast kein externes Argument und du weißt doch, du darfst nur Akkusativ, wenn du ein externes Argument hast." "Mama, aber ich hatte ein externes Argument, das haben sie mir bloß geklauuut, das ist voll ungerääächt" "Na gut"

giovedì 18 febbraio 2021

Oberhessische Sprachdaten

 

Mein Vater, Jahrgang 1943, ist in Lützellinden (Litzellinne) in der Wetterau aufgewachsen und hat noch richtig den Dialekt gelernt, aber nur einige Fetzen an mich weitergegeben. Als angehender Linguist ist es meine Pflicht, diese Fetzen zu sammeln und zu dokumentieren. Vielleicht mache ich für meine Masterarbeit auch Feldforschung in Oberhessen. Wenn ich nicht irgendeinen italoromanischen Dialekt aus der Gegend um Neapel oder einen slawischen Dialekt irgendwo in Russland, der Ukraine oder Weißrussland auftreibe. Mal sehen. 

Der Post wird noch ergänzt, hier erstmal ein paar Trinklieder, damit Ihr Phonologen Euch schon mal auf die Alternationen stürzen könnt. 

1. Mer huu dehoh / en ahle Wetzstoh / däi Mudder säht / aich soll en fottroh / der Vadder säht / aich soll en behaale / den Wetzstoh / den ahle.

(Wir haben daheim / nen alten Wetzstein / die Mutter sagt / ich soll ihn forttragen / der Vater sagt / ich soll ihn behalten / den Wetzstein /den alten)


2. Säihste nit däi Säu im Gorde, säihste wäi se weule, wäi se däife Löcher grobe in de gähle Reuwe. Spitz komm eraus in beiß se in de Boh, däi Missgebierde fresse eus däi Reuwe kurz in kloh.

(Siehst Du nicht die Schwein' im Garten, siehst Du, wie sie wühlen, wie sie tiefe Löcher graben in die gelben Rüben. Spitz komm heraus und beiß sie in die Bein', die Missgeburten fressen uns die Rüben kurz und klein.)


3. Wos seu mir, jo wos seu mir, wos seu mir, jo wos seu mir, lustje Oberhesse, dos seu mir. Wenn mer Geld huu, seu mer lustig, wenn mer kohns huu, seu mer durschtig, wos seu mir, jo wos seu mir, wos seu mir, jo wos seu mir, lustje Oberhesse, dos seu mir.

(Was sind wir, ja was sind wir, lustige Oberhessen, das sind wir. Wenn wir Geld haben, sind wir lustig, wenn wir keins haben, sind wir durstig.)


Aber keine Angst, liebe Morphosyntaktiker, auch Ihr kommt auf Eure Kosten. Im Oberhessischen gibt es die Zahl 2 im Maskulinum (zwie), Femininum (zwaa) und Neutrum (zwo): 

(1) Zwie, zwaa, zwo 
a. zwie Gäul   - zwei Pferde
b. zwaa Keuh - zwei Kühe
3. zwo Kinn   - zwei Kinder




venerdì 27 marzo 2020

Russian literature online!


A new e-mail reached me from the Catalan literary translation network. There are some sensible people left who don't participate in the general media-driven anti-Russian agitation but promote classic and contemporary Russian literature through translations into other languages and literatures of other countries through translations into Russian.  

Catalan literary translator Loïç Miquel Pérez Muñoz set up this blog: http://ruslitclass.blogspot.com/
with info about where you can get access to the originals and translations, for example “Растаявший снег” by Мария Гуаск translated into Catalan by the same Loïç Miquel Pérez Muñoz (all rights reserved) which can be found here.

As soon as I'm done with my overdue term papers and translation jobs I might add interlinear translations to some excerpts.

Also, let me repost a poem I translated into my native German about one and a half years ago:

Думаю о тебе  (Лев Озеров)

О тебе я хочу думать. Думаю о тебе.  
О тебе не хочу думать. Думаю о тебе.  
О других я хочу думать. Думаю о тебе.  
Ни о ком не хочу думать. Думаю о тебе.  


Übersetzung / Перевод:  


An Dich möchte ich denken. Ich denk an Dich.  
An Dich möcht ich nicht denken. Ich denk an Dich.  
An andre möcht ich denken. Ich denk an Dich.  
An niemand möcht ich denken. Ich denk an Dich.  


Translation / Catalan philology students:  Note how this action is perfectly in line with the Catalan tradition of "internationalisation" through literature and literary translation which was first written down in Modernism, for example by Manuel de Montoliu, one of the first Catalan translatologists. Of course, it is also in line with Quim Monzó's famous statement "Les llengües i les literatures no haurien de rebre mai el càstig de les estratègies geopolítiques, però el reben, i ben fort" ('Languages and literatures should never be on the receiving end of geopolitical strategies, but they are, and in a big way', official translation by Mary Ann Newman).


domenica 23 febbraio 2020

Transliteration Leaks: Andrej Tschichatschow

In dem von Deutschbuchautoren und anderen krampfhaft fortschrittlichen Leuten gehypten Roman Tschick von Wolfgang Herrndorf (2010) brennt Gymnasiast Maik Klingenberg mit Tschick, dem Neuen in der Klasse, in einem gestohlenen Lada Niva durch und macht Brandenburg unsicher. Tschick kommt aus Russland und sein bürgerlicher Name ist laut Buch Andrej Tschichatschow.

Ein Jahrzehnt lang bin ich davon ausgegangen, dass das Tsch am Anfang des Namens wie [t͡ʃ], also wie in Kutsche, und das ch wie [x], also wie in Dach ausgesprochen wird. Die deutsche Rechtschreibung ist da ja eindeutig (looking at you, English!). Die Betonung habe ich mir zunächst auf der ersten Silbe (tschi, IPA: [ˈt͡ʃixaˌt͡ʃov]) und später, als ich mich mit Russisch schon etwas auskannte, auf der letzten Silbe (tschow, IPA: [ˌt͡ʃixaˈt͡ʃov]) vorgestellt.

Umso irritierter war ich, als der gute Tschick in Fatih Akins Verfilmung (2016) sowohl das Tsch als auch das ch wie in Kutsche ausspricht und den Namen auf der zweiten Silbe betont (IPA: [t͡ʃiˈt͡ʃat͡ʃov]). Als stünde im Buch Tschitschatschow. Oder als wäre der Schauspieler (oder der Drehbuchautor, oder der Regisseur) beim Lesen zwischendrin mal kurz von der deutschen in die spanische Rechtschreibung und wieder zurück gewechselt.

Vielleicht liegt der Fehler aber auch bei der Schreibweise im Buch. Konnte Wolfgang Herrndorf Russisch? Er ist laut Wikipedia in Schleswig-Holstein aufgewachsen und hat in Nürnberg studiert, später aber in Berlin gelebt. Von seinen Sprachen steht da nichts.

Bleibt nur der bei Übersetzern so beliebte Google-Test.
Die rekonstruierte kyrillische Schreibweise "meiner" Aussprache, Чихачов, hat 11.000 Einträge, verweist aber auf Чихачёв. Das hat betimmt etwas damit zu tun, dass ч immer weich ist. Träger dieses Namens sind der General und Staatsmann Никола́й Матве́евич Чихачёв (1830-1917) und der russische Forschungsreisende Пётр Александрович Чихачёв (1812-1890). Letzterer hat auch einen Eintrag in der deutschen Wikipedia, wo er als Pjotr Alexandrowitsch Tschichatschow transliteriert wird, also genau so wie Andrej Tschichatschow im Buch. Die Schreibweise Чихачёв hat übrigens ungefähr 328.000 Einträge.

Für die kyrillische Version der Aussprache aus dem Film, Чичачов, spuckt Google dagegen gerade mal 1.830 Einträge aus, und in den meisten (wenn nicht allen) geht es um den Film Гуд бай, Берлин! (Goodbye Berlin) mit den Protagonisten Майк (Maik) und Андрей Чичачов (Andrej Tschi[t͡ʃ]atschow). Goodbye, Berlin ist also höchstvermutlich der ausländische Titel der Tschick - Verfilmung.

Der gute Andrej Tschichatschow sollte also ursprünglich tatsächlich Андрей Чихачёв heißen (mit Betonung auf der letzten Silbe, denn ё ist immer betont. -  Hurra, die deutsche Rechtschreibung ist immer noch eindeutig!). Da sich jemand im Filmteam vertan hat und die Anderen es nicht bemerkt haben (ist ja auch nicht so wichtig, es sei denn, man ist Linguist), ist er aber als Андрей Чичачов bekannt geworden. Dass sich ein Name aufgrund eines Rechtschreibfehlers ändert, ist nun nicht unüblich, aber es hat mir halt unter den Nägeln gebrannt. Man sieht, ich bin in den Viel-Lärm-um-Nichts-Geisteswissenschaften gut aufgehoben.

giovedì 26 dicembre 2019

Negation im Deutschen



 Ausländer regen sich gern mal darüber auf, dass die Negation im Deutschen bisweilen am Ende des Satzes ist und es dadurch zu bestimmten Überraschungseffekten kommt:

(1) a. Ich liebe Dich - NICHT.
      b. Tötet ihn - NICHT.

Von Gereon Müller wissen wir bereits, dass die Negation zugrundeliegend nicht am Ende des Satzes steht, sondern dass rechts davon ursprünglich eine andere Konstituente ist, die aber nach links bewegt wird. Das legt auch das Beispiel in (2b) nahe, in dem hinter der Negation noch ein Verb kommt:

(2) a. Ich weiß es nicht
     b. Ich habe es nicht gewusst

Wie mag diese Bewegung aber vonstatten gehen?

Im Deutschen gibt es zwei Typen von Sätzen: Hauptsätze und Nebensätze. Haha, lustig. In Nebensätzen kommt das Verb immer am Ende des Satzes (Warum dolmetschst Du nicht? - Ich warte auf das Verb!), in Hauptsätzen dagegen immer an zweiter Stelle, egal welche Konstituente an erster Stelle steht:

(3) a. Der Gereon überlässt dem Fabian gern seine Folien.
      b.  Dem Fabian überlässt der Gereon gern seine Folien.
      c. Seine Folien überlässt der Gereon gern dem Fabian.
      d. Gern überlässt der Gereon dem Fabian seine Folien.

In der minimalistischen Syntax geht man davon aus, dass deutsche Sätze zugrundeliegend immer aussehen wie Nebensätze, also wie in diesem Bild (hier mit einem Satz im Perfekt):



Hauptsätze entstehen durch Bewegung. Zunächst bewegt sich entweder das Hilfsverb (hier habe) oder, wenn es kein Hilfsverb gibt, klein v mit dem Vollverb nach T (T steht für Tempus, dies ist eine funktionale Kategorie, die dem (Hilfs-) Verb seine Zeitform und Phi-Merkmale, also Genus, Numerus und Person zuweist.)
In C wird ein spezieller Null-Komplementierer verkettet, den es nur in Haupt- und Fragesätzen gibt und der verlangt, dass sich T mit dem (Hilfs-) Verb im Schlepptau nach C bewegt. Heraus kommt habe ich den Kuchen gegessen.
Soll das Ganze ein Fragesatz werden, so ist die Arbeit schon erledigt. Um einen Aussage-Hauptsatz mit dem Verb an zweiter Stelle (man nennt das auch einen Verb-Zweit-Satz oder V2-Satz) zu erhalten, ist noch ein weiterer Schritt notwendig: Irgendeine Konstituente - im Normalfall das Subjekt, es sei denn, man möchte etwa ein Objekt oder eine adverbiale Bestimmung besonders betonen - wird nun in die CP knapp über dem C  (in den Spezifikator von C) geholt:
Für einen Verneinungssatz muss man noch das nicht verketten. Das geschieht zwischen T(empus) und Perf(ekt), und da wir bereits wissen, dass die Negation nicht am Ende steht, wissen wir auch, dass wir sie links anhängen müssen (ansonsten käme etwas heraus wie *dass ich es gewusst habe nicht).
Heraus kommt nun so ein Satz (der entsprechende Nebensatz wäre dass nicht ich den Kuchen gegessen habe ). 
Das ist zwar ein grammatischer Satz, man würde aber eher etwas sagen wie in (4):

(4) a. Ich habe den Kuchen nicht gegessen
      b. ...dass ich den Kuchen nicht gegessen habe.

Wie leitet man das also ab?

Eine Möglichkeit wäre, anzunehmen,  dass die Ableitung schon bei der Bewegung von V nach klein v anders läuft, dass sich nämlich die gesamte VP mit Objekt nach klein v bewegt und das Verb in einem zweiten Schritt noch einmal an klein v adjungiert:
Nun könnte das Perfekt, wenn es seine Merkmale an das Verb abgibt, im Gegenzug aus dem Klein-v-Wust das Objekt zu sich nach oben holen und bei der Perf-nach-T-Bewegung und später bei der T-nach-C-Bewegung mitschleppen:



Normalerweise holt aber ein Kopf genau dasjenige Element zu sich, auf dem es seine Merkmale ablegt, in diesem Falle das Verb. Diese Derivation ist also etwas...ungemütlich.

Eine andere Möglichkeit wäre, dass die VP bleibt, wo sie ist, und sich nur V nach klein v bewegt. Das Objekt bewegt sich dann aus seiner ursprünglichen Position heraus nach oben, und zwar

entweder in den Spezifikator von T, was seltsam wäre, weil T nur solche Konstituenten in seinen Spezifikator holt, denen es den Nominativ zuweist, die Konstituente den Kuchen aber im Akkusativ steht

oder in einen Spezifikator von Neg. Diesen müsste man extra annehmen, genauso wie ein spezielles Merkmal, dass die Bewegung auslösen würde. Dabei könnte es Probleme mit dem Skopus geben.

Vielleicht ist aber auch dieses komische Scrambling die Lösung, das ich noch nicht verstanden habe.

Wer mehr weiß, der kommentiere. Ich wende mich derweil wieder meiner Typologie-Hausarbeit über kausative Ortswechselverben zu (brrr), die bis Jahresende fertig werden muss.

mercoledì 6 novembre 2019

Aymara Tense / Person Agreement

Aymara is an isolate suffix-only SOV language spoken in parts of Peru, Bolivia, Chile and Argentinia. Its person/tense agreement paradigm comprises four person categories (1st, 2nd, 3rd, 1st inclusive) and four tenses (future, simple, recent past, remote past). Although Coler (2015) claims the portmanteau morphemes encoding these categories cannot be systematically separated into tense and person markers, the patterns one can see in the paradigm suggest there is a way of breaking them down into tense, subject and, in some cases, object markers. However, this raises a couple of issues for theoretical morphology: 
  1. The linearisation of tense and person markers depends on the subject>object constellation: In the 3>3, 1incl>3, 2>1, 3>1 and 3>1incl forms, person precedes tense while in all other contexts, tense precedes person. In Distributed Morphology, according to the Mirror Principle (Baker 1985), this differential linearisation must already be there in the syntactic derivation, i.e. in the adjunction of v to T. For predefined templates in Paradigm Function Morphology, this is a serious challenge.
  2. In the 2>1 future as well as in the 2>1, 3>1 and 3>1incl remote past forms tense is not expressed by a CV suffix but by partial reduplication. Assuming Marantz' (1982) theory of reduplication, this can be seen as suffixation of melody carrying CV skeletons and copying melodic elements of the preceding subject agreement suffix. In the same way, the property of some suffixes of deleting the preceding vowel can be analysed as a melody carrying C skeleton at the left edge of the suffix and a high ranked DEP constraint in phonology. 
  3. Some of the markers appear in contexts that do not form any natural classes. This can be easily handled in Paradigm Function Morphology by postulating arbitrary rules of referral. In Distributed Morphology, as it seems, we have a choice between expanding the feature decomposition by adding features, postulating impoverishment rules and assuming arbitrary homonymy. 
Here is the paradigm. Any ideas are welcome. 

domenica 15 settembre 2019

Die Accademia della Crusca und das Wort "petaloso"

Es war einmal ein Knabe, Matteo genannt, der zählte acht Jahre und ging in Ferrara zur Schule. Eines Tages trug ihm seine Lehrerin auf, Blumen mit Adjektiven zu beschreiben. Der erfindungsreiche Matteo ersann dazu das Wort petaloso - zu deutsch blütenblättrig.  Blütenblättrig - das ist doch gar kein deutsches Wort, werden manche von Euch einwenden, das steht doch gar nicht im Duden. Nun, ebensowenig steht petaloso im italienischen Duden, dem Wörterbuch der Accademia della Crusca. Und doch dürfte jeder Italiener in der Lage sein, petaloso zu verstehen, so wie wir Deutschen genau wissen, was mit blütenblättrig gemeint ist.
Schließlich gibt es im Deutschen das Adjektiv blättrig, das von dem Substantiv Blatt kommt. Man bildet es, indem man das a zum ä macht und die Endung -rig anhängt. Nach demselben Muster kann man "Blütenblatt" - auch ein Wort, dass es im Deutschen gibt - zu einem Adjektiv machen.
Im Italienischen ist es nicht anders: Wenn man das Substantiv coraggio ('Mut') in ein Adjektiv verwandeln kann, indem man die Endung -oso anhängt (das Ergebnis ist coraggioso - 'mutig'), so kann man das Wort petalo ('Blütenblatt') auf dieselbe Art adjektivieren. Petaloso im Italienischen und blütenblättrig im Deutschen sind nach den Regeln der Grammatik wohlgeformte Wörter, auch wenn sie nicht im Wörterbuch stehen. Die Sprachwissenschaftler sagen dazu: es sind grammatische Wörter, aber keine lexikalischen Wörter.
Die Lehrerin war eine wohlmeinende, gutmütige Frau, aber leider in dem Irrglauben gefangen, sie müsse jegliches Wort, das nicht im Wörterbuch stehe, als Fehler anstreichen, und sei es noch so wohlgeformt. Von dem Unterschied zwischen grammatischen und lexikalischen Wörtern hatte ihr wohl leider niemand erzählt. Deshalb schlug sie Matteo vor, einen Brief an die Accademia della Crusca zu schreiben und diese zu bitten, das Wort in ihr Wörterbuch aufzunehmen.
Die Accademia della Crusca aber kann ein Wort nur dann aufnehmen, wenn die Mehrzahl der Sprecher es gebrauchen, und da dies noch nicht der Fall war, musste die Accademia Matteo, seiner Klasse und seiner Lehrerin die Bitte abschlagen.
Die Antwort der Accademia della Crusca an Matteo (in italienischer Sprache) liest Fiorella Atzori, die Betreiberin des YouTube-Kanals Sgrammaticando, in diesem Video vor. 

sabato 17 agosto 2019

Dubbio di sintassi minimalista: L'accusativo

Secondo la generalizzazione di Burzio, un verbo non può assegnare l'accusativo a meno che prenda un argomento esterno.
Secondo l'UTAH, solo un argomento con il ruolo tematico dell'agente, che viene concatenato (merged, (de) verkettet) nello specificatore di v, è un argomento esterno, mentre gli argomenti con i ruoli tematici del paziente o tema e dello scopo (goal) vengono concatenati rispettivamente nello specificatore di V e come complemento di V e sono quindi argomenti interni.

A quanto pare, il verbo tedesco kosten (costare) non possiede nessun argomento agente ma assegna l'accusativo persino a due argomenti:

(1)
Das hat mich ein-en ganz-en Arbeitstag gekostet
DEM PERF 1SG.ACC un-ACC intero-ACC giorno.di.lavoro costare.PERF
'Questo mi è costato un giorno di lavoro intero'.

Come cavolo si fa a analizzare questo verbo?

Aggiornamento (25.9.2019):
Trattasi probabilmente del risultato di un'operazione di causativazione mediante la quale Das (questo)  viene mosso nello specificatore di v e diviene argomento esterno. Ma come funziona esattamente?

venerdì 28 giugno 2019

Raddoppiamento fonosintattico

A few months ago a fellow student of mine asked me "Italian has some kind of grammatical gemination, right?" - I first panicked and thought there was some inflectional category expressed merely through gemination (with gemination as its only exponent) which the Italian Insegnamento Institutions forgot to tell us about. What he probably meant was the so-called raddoppiamento fonosintattico which has nothing to do with inflection or any syntactical categories but owes the sintattico part of its denomination to the fact that it occurs between word boundaries. As Irene Amato of Leipzig University puts it:

The initial consonant of WORD2 in the string WORD1-WORD2 is lengthened if
WORD1 is:

(1) an item of a closed lexical class: 
/'kome/ /'va/! ['ko:me'v:a] ‘how are you?’

(2) stressed on the final syllable: 
/t͡ʃi't:a/ /'kara/! [t͡ʃi't:ak:a:ra] ‘dear town’

Lexical R[addoppiamento] F[onosintattico] (1) is due to a final consonant in the historically earlier form of WORD1(Lat. ad > It. a, Lat. quomodoet > It. come). Stress-driven RF (2) is a phonologically predictable stress triggered
gemination. Importantly, RF-geminates are only 50% longer than singletons, in contrast
to inherent geminates, which are 200% longer (as in ['pas:i] ‘steps’ vs. ['ba:zi] ‘bases’.

The Tuscan lenition or Gorgia (Throat), i.e. the hoha hola hon la hanuccia horta horta thing they've going on down there, may only occur when Raddoppiamento fonosintattico doesn't occur. So you get a distribution like this:

(3)
a. /la/ /'kasa/ ‘the house’!  [la'xa:za]
b. /a/ /'kasa/ ‘at home’! [a'k:a:za]
c. /in/ /'kasa/ ‘in (the) house’! [iŋ'ka:za]
 For more details and an elegant derivation check out Irene's paper.

mercoledì 12 giugno 2019

Eigennamen (und andere DPn) als verallgemeinerte Quantoren


Dies gehört in die Schublade der Dinge, von denen ich gerade fasziniert bin, die ich aber (wetten?) in spätestens einem Jahr trivial finden werde. 
Anmerkung: Der neueste Stand des Irrtums findet sich hier.
Semantik I:
Eigennamen sind Entitäten, d.h. vom Typ e 
(1) [[Hannes schläft]]: schlaf (h)
a. [[schläft]]: λx. [schlaf(x)]
b. [[Hannes]]: h
c. [[Hannes schläft]] = [[schläft]] ([[Hannes]]) = λx. [schlaf(x)(h)] = schlaf(h)
Semantik II:
Eigennamen sind verallgemeinerte Quantoren vom Typ ett und der Form λP.[P(e)]
(2) [[Hannes schläft]]: schlaf(h)
a. [[schläft]]: λx. [schlaf(x)]
b. [[Hannes]]: λP.[P(h)]
c. [[Hannes schläft]] : [[Hannes]] ([[schläft]]) = λP.[P(h)] (λx.schlaf(x)) = λP. [λx. [schlaf(x) (h)]] = schlaf(h) 
Andere DPs wie "der Mann" sind auch verallgemeinerte Quantoren vom Typ ett.
Appellativa (Gattungsnamen) sind Eigenschaften vom Typ et
(3) Mann: λx. Mann(x) 
Semantik I:
(4) a. "der" ist von Typ ete und von der Form λP.∃!x [P(x)]. ιy [P(y)]
(Für ein Prädikat Q unter der Annahme, dass es ein einzigartiges salientes x gibt für welches das Prädikat P gilt, dieses einzigartige saliente y, für welches das Prädikat P gilt). 
b. [[der Mann]]: ∃! x [Mann (x)]. ιy [Mann (y)], also vom Typ e. 
Es gibt aber einen anderen Ansatz, nach dem Determinierer wie "der" vom Typ etett sind. Wie das funktionieren soll, wurde noch nicht gesagt, man könnte aber Folgendes annehmen:
Oben wird eine Entität e (1b) in eine Funktion verwandelt, die ein Prädikat (et) als Argument nimmt und dieses Prädikat mit einer Entität als Argument, also eine Proposition (t) herausgibt. Aus e wird ett. 
In gleicher Weise könnte man aus einem Ausdruck vom Typ ete (der ein Argument vom Typ et nimmt und einen Ausdruck vom Typ e herausgibt) einen vom Typ etett machen (der immer noch ein Argument vom Typ et nimmt, aber einen Ausdruck vom Typ ett herausgibt): 
(5) a. [[der]]: λQ. λP. ∃!x [Q(x)]. [P(ιy.[Q(y)])]
(Für ein Prädikat P und ein Prädikat Q unter der Annahme, dass es ein einzigartiges salientes x gibt, für welches das Prädikat Q gilt, das Prädikat P angewendet auf dieses einzigartige saliente y, für welches das Prädikat Q gilt) 
b. [[der Mann]]: λQ. λP. ∃! x [Q(x). [P(ιy[Q(y)])] (λx. Mann (x) )
= λP. ∃! x[Mann(x)]. [P(ιy, [Mann(y)])]
c. [[der Mann schläft]]: λP. ∃!x [Mann(x)]. [P(ιy.[Mann(y)])] (λx. schlaf(x))
= ∃!x [Mann(x)]. [schlaf(ιy.[Mann(y)])]
Semantik I, Exkurs:
Eigennamen sind Eigenschaften.
(6) a. [[Hannes]]: λx. Hannes(x)
b. [[der / Ø]]: λQ. λP. ∃!x [Q(x)]. [P(ιy.[Q(y)])]
c. [[(der) Hannes]]: λQ. λP. ∃!x [Q(x)]. [P(ιy.[Q(y)])] (λx. Hannes(x))
= λP. ∃!x [Hannes(x)]. [P(ιy.[Hannes(y)])]
d. [[(der) Hannes schläft]]: λP. ∃!x [Hannes(x)]. [P(ιy.[Hannes(y)])] (λx. schlaf(x))
= ∃!x [Hannes(x)]. [schlaf(ιy.[Hannes(y)])]
Ausblick:
Eigennamen unterscheiden sich dadurch von Gattungsnamen, dass sie keine Intensionen, sondern lediglich Extensionen haben (Dardano/Trifone, Grammatica italiana con nozioni di linguistica).